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Domainverwaltung: So behältst du deine Domain im Griff

Registrieren, verlängern, DNS pflegen, Zugriffe regeln: was zur Domainverwaltung gehört, welche Regeln in der Schweiz gelten und wo die Fallen liegen.

Von Matthias Gutknecht · · 12 Min. Lesezeit
Isometrische Illustration: ein Browserfenster mit Globus in der Mitte, verbunden mit einem Stapel Dokumente und einem Server

Zur Domainverwaltung gehören vier Aufgaben: Du registrierst deine Internetadresse, verlängerst sie rechtzeitig, verbindest sie technisch mit Website und E-Mail und hältst fest, wer darauf Zugriff hat. Für ein kleines Unternehmen ist das meistens wenig Arbeit. Teuer wird es erst, wenn die Erinnerung an die Verlängerung im falschen Postfach landet, die Agentur von früher noch das einzige Passwort hat oder jemand DNS-Einträge beim falschen Anbieter ändert.

Das Wichtigste in Kürze

  • Deine Domain ist ein eigener Vertrag mit eigener Laufzeit. Sie ist nicht dasselbe wie deine Website und nicht dasselbe wie dein Hosting.
  • Wird eine .ch-Domain nicht verlängert, kann sie nach 40 Tagen jemand anders registrieren. Die Adresse für Erinnerungen darf deshalb nicht an der Domain selbst hängen.
  • Bevor du DNS-Einträge änderst, prüfst du, welche Nameserver zuständig sind. Sonst änderst du am falschen Ort.
  • Gib Zugriff über eigene Logins, nicht mit deinem Passwort.
  • Ein CMS verwaltet keine Domains. Die Domain liegt immer bei einem Registrar, egal womit du die Website baust.

Was zur Domainverwaltung gehört

Eine Domain ist die lesbare Adresse deiner Website, zum Beispiel beispielfirma.ch. Das DNS (Domain Name System, das Adressbuch des Internets) übersetzt diesen Namen in die technischen Adressen der Server, auf denen Website und Mail laufen.

Gelesen wird eine Domain von rechts nach links. «.ch» ist die Endung, die Top-Level-Domain. «beispielfirma» ist der Name, den du registrierst. Darunter legst du selbst Subdomains an, etwa shop.beispielfirma.ch.

Im Alltag heisst Domainverwaltung:

  • Registrieren: den Namen für dich eintragen lassen.
  • Verlängern: die Laufzeit erneuern, meist jährlich.
  • Verbinden: per DNS festlegen, wohin Website und E-Mail zeigen.
  • Zuständigkeiten pflegen: wer die Domain hält, wer zahlt, wer technisch etwas ändern darf.
  • Wechseln oder aufgeben: die Domain zu einem anderen Anbieter mitnehmen oder bewusst loslassen.

Registry, Registrar, Halter: wer ist wer?

Drei Begriffe tauchen immer wieder auf. Die Registry führt die zentrale Datenbank einer Endung. Für .ch ist das die Stiftung SWITCH, die laut dem BAKOM im Auftrag des Bundes die technische Verwaltung der .ch-Domain ausübt. Der Registrar ist das Unternehmen, bei dem du die Domain bestellst und verwaltest. Der Halter ist die Person oder Firma, die beim Registrar als Inhaberin eingetragen ist.

Tabelle «Domainrollen»: Registry führt die zentrale Datenbank der Endung, Registrar verkauft und verwaltet die Domain, Halter ist die Person oder Firma, der die Domain zusteht

Für dich zählen zwei Fragen: Wer ist als Halter eingetragen? Und kannst du die Domain jederzeit selbst mitnehmen, ohne dass jemand anders zustimmen muss? Hat vor Jahren eine Agentur oder ein ehemaliger Mitarbeiter die Domain auf sich registriert und reagiert heute nicht mehr, wird es schwierig. Das prüfst du besser heute als im Streitfall.

Welche Regeln in der Schweiz gelten

Der Rechtsrahmen für .ch und .swiss liegt beim Bund, in der Verordnung über Internet-Domains (SR 784.104.2). Die Übersicht des BAKOM zu Internet und Domain-Namen verlinkt sie zusammen mit den Erläuterungen. Eine .swiss-Domain kann man seit Herbst 2015 beantragen, sie richtet sich an Organisationen mit Bezug zur Schweiz.

Tabelle «Schweizer Domainregeln»: Rechtsbasis SR 784.104.2, .swiss seit Herbst 2015, Halterdaten seit 2021 nicht öffentlich, Sperre bei begründetem Verdacht auf Phishing oder Schadsoftware, Datenschutz nach DSG

Zwei Punkte betreffen dich direkt:

Deine Daten sind nicht öffentlich. Seit 2021 zeigt die öffentliche Abfrage Name und Adresse der Halter von .ch-Domains nicht mehr an. Zugang bekommt nur, wer ein überwiegendes Interesse glaubhaft macht, etwa bei einer Markenverletzung. Auch das steht auf der BAKOM-Seite zu den .ch-Internetadressen.

Domains können gesperrt werden. Besteht ein begründeter Verdacht, dass eine .ch- oder .swiss-Domain für Phishing oder Schadsoftware genutzt wird, kann die Registry sie vorübergehend sperren. Auf Antrag einer anerkannten Stelle, etwa des Bundesamts für Cybersicherheit oder einer Kantonspolizei, muss sie es, wie das BAKOM zur Bekämpfung der Cyberkriminalität festhält. Eine gehackte Website kann also auch deine Domain lahmlegen. Sicheres Hosting ist deshalb auch Domainschutz.

Für den Datenschutz deiner Website gilt zuerst das Schweizer Datenschutzgesetz (DSG). Die europäische DSGVO kommt dazu, wenn du dich gezielt an Personen in der EU richtest oder ihr Verhalten beobachtest. Das ist eine allgemeine Information, keine Rechtsberatung. Bei einem konkreten Streit um einen Domainnamen gehört die Frage zu einer Anwältin für Immaterialgüterrecht.

Die Aufgaben im Überblick

Aufgabe Was dabei passiert Was schiefgehen kann
Registrieren Der Name wird eingetragen Eine Agentur oder Privatperson steht als Halter da
Verlängern Die Laufzeit wird erneuert Die Erinnerung geht an eine alte Adresse, die Domain läuft aus
DNS pflegen Einträge zeigen auf Website und Mailserver Änderung beim falschen Anbieter, nichts passiert
Zugriffe regeln Andere bekommen Rechte Passwort geteilt und nie geändert
Wechseln Die Domain zieht zu einem anderen Registrar Website oder Mail fallen während des Umzugs aus
Aufgeben Die Domain wird frei Dritte übernehmen sie und nutzen deinen guten Namen

Das Ablaufdatum: das häufigste Risiko

Eine .ch-Domain wird meist für ein Jahr registriert. Wird sie nicht verlängert, hat die bisherige Halterin noch 40 Tage, um sie zurückzuholen. Danach kann sie jeder registrieren. Das Bundesamt für Cybersicherheit beschreibt in seinem Wochenrückblick, was dann passieren kann: Betrüger sichern sich gezielt Adressen, die bei Suchmaschinen einen guten Ruf haben, und füllen sie mit eigenen Inhalten.

Die Falle steckt im Detail. Viele Firmen lassen die Erinnerung an info@ihrefirma.ch schicken. Läuft die Domain aus, funktioniert genau diese Adresse nicht mehr, und die Warnung kommt nie an.

So vermeidest du das:

  1. Hinterlege beim Registrar eine Kontaktadresse, die nicht an dieser Domain hängt und die du auch in ein paar Jahren noch liest.
  2. Schalte die automatische Verlängerung ein und prüfe, ob die hinterlegte Karte noch gültig ist.
  3. Trag das Ablaufdatum zusätzlich in deinen Kalender ein, mit einer Erinnerung einen Monat vorher.

DNS verständlich: wohin deine Domain zeigt

DNS-Einträge sind kurze Zeilen, die festlegen, welcher Dienst unter deiner Domain erreichbar ist. Die wichtigsten:

  • A-Eintrag: zeigt auf die IP-Adresse, also die Nummer, des Servers deiner Website.
  • CNAME-Eintrag: macht eine Subdomain zum Alias einer anderen Adresse, etwa www.
  • MX-Eintrag: bestimmt, welcher Mailserver deine E-Mails empfängt.
  • TXT-Eintrag: ein Textfeld, mit dem Dienste prüfen, ob dir die Domain gehört, oder mit dem du festlegst, wer in deinem Namen Mails verschicken darf.

Zuerst die Nameserver prüfen

Der häufigste Fehler: Jemand ändert einen A-Eintrag beim Registrar, und nichts passiert. Der Grund sind die Nameserver, also die Server, die für deine DNS-Einträge zuständig sind. Zeigen sie auf einen anderen Anbieter, zählen nur die Einträge dort.

Prüf also vor jeder Änderung, wohin die Nameserver zeigen. Das steht in der Domainübersicht deines Registrars. Und rechne mit Verzögerung: DNS-Antworten werden zwischengespeichert. Eine Änderung braucht einige Minuten bis mehrere Stunden, bis sie überall ankommt.

Website und E-Mail getrennt denken

Website und Mail hängen an derselben Domain, aber an verschiedenen Einträgen. Ziehst du die Website auf ein neues Hosting um, änderst du den A- oder CNAME-Eintrag. Die MX-Einträge für die Mail lässt du in Ruhe. Wer beim Umzug alle Einträge löscht und neu anlegt, ist danach oft einen Tag lang per Mail nicht erreichbar.

Ziehst du auf eine neue Domain um, geht es auch um deine Sichtbarkeit bei Google. Die alten Adressen brauchen eine dauerhafte Weiterleitung, mehr dazu in 301 oder 302: Welche Weiterleitung passt zu deiner Website?. Worauf es bei einem solchen Umzug technisch sonst noch ankommt, von der Indexierung bis zur Ladezeit, fasst ALINIYAZ auf seiner Seite zu technischer Suchmaschinenoptimierung zusammen.

Zugriff geben, ohne das Passwort zu teilen

Irgendwann braucht jemand anderes Zugriff: die Webdesignerin, der Treuhänder, die neue Mitarbeiterin. Die schlechteste Lösung ist das geteilte Passwort. Du weisst danach nicht mehr, wer was geändert hat, und beim Abschied musst du alles neu sichern.

Gute Anbieter lassen dich Personen einladen, die mit einem eigenen Login arbeiten. Du bestimmst, was sie dürfen, und endet die Zusammenarbeit, entziehst du den Zugriff wieder. Achte dabei auf zwei Dinge:

  • Domain und Hosting getrennt prüfen. Je nach Anbieter erlaubt ein Zugriff aufs Hosting auch Änderungen an den DNS-Einträgen. Frag nach, bevor du Rechte vergibst.
  • Die Domain nicht aus der Hand geben. Eine Agentur darf für dich arbeiten. Ob und wohin die Domain umzieht, entscheidest aber du.

Domainverwaltung im CMS: ein verbreitetes Missverständnis

Viele suchen nach dem «besten CMS mit Domainverwaltung». Ein CMS (Content-Management-System, eine Software, mit der man Inhalte über ein Login bearbeitet) verwaltet aber keine Domains. Die Domain liegt immer bei einem Registrar. Manche Hosting-Pakete und Baukästen verkaufen beides zusammen, technisch bleiben es getrennte Dinge.

Diese Trennung ist ein Vorteil. Hängt deine Domain nicht an deinem Redaktionssystem, kannst du die Website wechseln, ohne die Adresse anzufassen. Und du kannst dich fragen, ob du das CMS überhaupt noch brauchst. Für kleine und mittlere Websites ohne Redaktionsteam ist es oft mehr Last als Hilfe: Logins, Plugin-Updates, Sicherheitslücken. Wie es ohne geht, steht auf Website ohne CMS.

Domain wechseln oder aufgeben

Zu einem anderen Anbieter umziehen

Ein Wechsel des Registrars ist bei .ch Routine. Du brauchst einen Transfercode (eine Art Umzugsschlüssel) vom bisherigen Anbieter und gibst ihn beim neuen ein. Damit nichts ausfällt, notierst du vorher alle DNS-Einträge, besonders die MX-Einträge für die Mail. Danach prüfst du, ob Website und Mailempfang noch funktionieren.

Eine Domain bewusst loslassen

Nach einer Umbenennung oder Fusion liegt es nahe, die alte Domain zu kündigen. Das kann teuer werden. Eine aufgegebene Domain behält oft ihren Ruf bei Suchmaschinen und bei Menschen, die sie kennen. Genau solche Adressen übernehmen Betrüger gern, wie das Bundesamt für Cybersicherheit im oben verlinkten Wochenrückblick beschreibt. Was dann darauf erscheint, fällt auf den früheren Namen zurück.

Unsere Empfehlung: Behalte Domains, die einmal öffentlich waren, einige Jahre und leite sie auf die neue Adresse um. Die jährliche Verlängerung ist günstiger als ein beschädigter Name.

Wem gehört eine Domain?

Bei .ch siehst du den Halter einer Domain nicht mehr in einer öffentlichen Abfrage, weil die Personendaten seit 2021 geschützt sind. Sichtbar ist, ob eine Domain registriert ist. Für .de-Domains bietet die Registry DENIC einen Abfragedienst über RDAP an, den Nachfolger der klassischen WHOIS-Abfrage. Auch dort sind persönliche Daten eingeschränkt. Eine solche Abfrage zeigt dir also, ob eine Adresse vergeben ist, nicht, wer dahintersteht.

Checkliste: deine Domain in 20 Minuten prüfen

  1. Melde dich beim Registrar an und notiere alle Domains deiner Firma.
  2. Prüfe bei jeder Domain, wer als Halter eingetragen ist und ob du den Transfercode selbst bekommst.
  3. Kontrolliere das Ablaufdatum und schalte die automatische Verlängerung ein.
  4. Hinterlege eine Kontaktadresse, die nicht an dieser Domain hängt.
  5. Schreib auf, welche Nameserver zuständig sind.
  6. Sichere die aktuellen DNS-Einträge, als Export oder Bildschirmfoto.
  7. Geh die Liste der Personen mit Zugriff durch und entferne, wer nicht mehr dazugehört.
  8. Ändere dein Passwort, falls es je geteilt wurde, und schalte die Zwei-Faktor-Anmeldung ein.

So ist es bei MADLAB // Publishing

Bei uns kannst du eine Domain mitbringen oder direkt im Portal kaufen.

Eine gekaufte Domain richten wir gleich ein. DNS und Zertifikat übernehmen wir, die Website ist unter der Domain erreichbar, sobald die Einträge greifen. Vor dem Kauf siehst du beide Preise, das erste Jahr und die Verlängerung. Verlängert wird jährlich und automatisch. Siehe Eine Domain über uns kaufen.

Die Einträge für deine Mail setzt du selbst. Postfächer bieten wir nicht an, aber MX, SPF und DKIM deines Mailanbieters trägst du im Portal ein. Gesperrt sind nur die beiden Einträge, an denen deine Website hängt, damit sie niemand aus Versehen vom Netz nimmt. Siehe DNS-Einträge selber verwalten.

Du kannst jederzeit gehen. Den Transfercode holst du im Portal selbst, ohne Support-Anfrage. Oder du stellst nur die Nameserver um und lässt die Website bei uns. Das Portal zeigt dir jeweils, welche Einträge in der neuen Zone stehen müssen. Siehe Eine Domain mitnehmen und Nameserver ändern.

Eine mitgebrachte Domain bleibt, wo sie ist. Du setzt bei deinem Registrar die Einträge, die das Portal anzeigt, und verbindest die Domain mit deiner Website. Siehe Eigene Domain verbinden. Mehrere Domains auf derselben Website leiten dauerhaft auf die Hauptdomain weiter, siehe Mehrere Domains auf dieselbe Website.

Zugriff ohne geteiltes Passwort. Wer mit dir an deinen Websites arbeitet, bekommt ein eigenes Login mit eigenem zweitem Faktor. Domains kaufen, Plan und Rechnungen bleiben bei dir. Siehe Im Team arbeiten. Baust du als Agentur eine Website für jemanden, übergibst du sie am Ende an sein Konto, siehe Eine Website an ein anderes Konto übergeben.

Gebaut und gepflegt wird die Website im Gespräch mit einem KI-Assistenten wie Claude oder ChatGPT. Wir übernehmen Vorschau, Versionen mit Zurückholen, das Veröffentlichen und das Hosting in der Schweiz und der EU, mit SSL und täglichen Sicherungen. Was die Pläne kosten, steht in Pläne und Zusatzpakete.

Quellen

Häufige Fragen

Was kostet eine Domain in der Schweiz?

Einen Einheitspreis gibt es nicht. Die Kosten hängen von der Endung und vom Registrar ab und fallen bei der Registrierung und jeder Verlängerung an, meist jährlich. Vergleiche immer den Preis für die Verlängerung, nicht nur das Angebot fürs erste Jahr.

Kann ich meiner Agentur Zugriff geben, ohne mein Passwort zu teilen?

Ja, wenn dein Anbieter eigene Logins für weitere Personen erlaubt. Du lädst die Agentur ein und bestimmst, was sie darf. Endet die Zusammenarbeit, entziehst du den Zugriff wieder.

Warum wirkt meine DNS-Änderung nicht?

Meist hast du sie bei einem Anbieter gemacht, der gar nicht zuständig ist. Prüf zuerst, auf welche Nameserver deine Domain zeigt, und ändere die Einträge dort. Danach braucht es etwas Geduld, weil DNS-Antworten zwischengespeichert werden.

Was passiert, wenn ich meine .ch-Domain nicht verlängere?

Website und Mail können schon kurz nach dem Ablauf nicht mehr erreichbar sein. Die bisherige Halterin hat dann noch 40 Tage, um die Domain zurückzuholen, danach kann sie jemand anders registrieren. Schalte deshalb die automatische Verlängerung ein und hinterlege eine Kontaktadresse, die nicht an dieser Domain hängt.