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301 oder 302: Welche Weiterleitung passt zu deiner Website?

301 heisst dauerhaft umgezogen, 302 vorübergehend umgeleitet. Wann du welche nimmst, wie Google sie wertet und wie du Ketten vermeidest.

Von Matthias Gutknecht · · 8 Min. Lesezeit
Isometrische Illustration: Ein gerader Pfad führt dauerhaft zu einem neuen Ziel, ein zweiter Pfad macht einen Bogen zurück zum Ausgangspunkt

Eine 301-Weiterleitung sagt: Diese Seite ist dauerhaft umgezogen. Eine 302-Weiterleitung sagt: Sie ist nur vorübergehend woanders. Für Besucherinnen und Besucher sieht beides gleich aus, sie landen auf der neuen Adresse. Für Suchmaschinen und Browser ist der Unterschied gross. Bei einem 301 übernimmt Google in der Regel die neue Adresse in den Index, bei einem 302 bleibt meist die alte dort stehen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Dauerhaft umgezogen, etwa nach einem Domainwechsel oder dem Zusammenlegen zweier Seiten: 301. Nur für eine Weile, etwa während einer Wartung oder einer Aktion: 302.
  • Google wertet einen 301 als starkes Signal, dass das Ziel die massgebliche Adresse ist, einen 302 nur als schwaches.
  • Leite jede alte Adresse direkt auf das endgültige Ziel. Google folgt zwar bis zu zehn Weiterleitungen hintereinander, jede zusätzliche kostet aber Zeit.
  • Ein 302, der monatelang stehen bleibt, kann von Google irgendwann wie ein 301 behandelt werden. Gib jeder vorübergehenden Weiterleitung ein Enddatum.

Was ein 301 bedeutet

Ein Statuscode ist die dreistellige Zahl, mit der ein Server auf jede Anfrage antwortet. 200 heisst «alles in Ordnung», 404 «nicht gefunden». Laut der Übersicht der HTTP-Statuscodes bei MDN steht 301 für «Moved Permanently»: Die Adresse hat sich dauerhaft geändert, die neue steht in der Antwort.

Das hat drei Folgen:

  • Browser dürfen sich den 301 merken. Beim nächsten Besuch fragen sie die alte Adresse unter Umständen gar nicht mehr an, sondern gehen direkt zur neuen.
  • Suchmaschinen übertragen die Signale. Links, die auf die alte Adresse zeigen, zählen danach für die neue.
  • Im Index ersetzt die neue Adresse mit der Zeit die alte.

Typische Fälle sind ein Domainwechsel, die Umstellung von http auf https, der Wechsel zwischen der Adresse mit und ohne www, oder zwei Seiten, die zu einer zusammengelegt werden.

Was ein 302 bedeutet

302 heisst «Found» und beschreibt eine vorübergehende Umleitung. Die ursprüngliche Adresse bleibt die eigentliche, Besucher werden nur für eine Weile woandershin geschickt.

Gängige Fälle:

  • Wartungsarbeiten, bei denen eine Hinweisseite erscheint
  • Tests, bei denen ein Teil der Besucher eine andere Fassung einer Seite sieht
  • eine befristete Aktion mit eigener Seite

Der Haken: Bleibt ein 302 lange stehen, behandelt Google ihn irgendwann wie einen 301. Wie lange das dauert, weiss niemand genau. Ahrefs schätzt im Vergleich von 301 und 302 meist einige Wochen bis einige Monate, manchmal auch nur Tage. Verlass dich also nicht darauf, dass ein 302 die alte Adresse schützt. Und wenn eine Änderung dauerhaft ist, setz gleich einen 301.

307 und 308: wenn ein Formular umgeleitet wird

Neben 301 und 302 gibt es zwei jüngere Geschwister. Bei 301 und 302 dürfen Browser aus einer Formular-Übermittlung (POST) beim Weiterleiten einen einfachen Seitenaufruf (GET) machen. Die eingegebenen Daten gehen dann unterwegs verloren. 307 und 308 verbieten das ausdrücklich:

  • 308 ist die dauerhafte Variante, gleichbedeutend mit 301.
  • 307 ist die vorübergehende Variante, gleichbedeutend mit 302.

Für normale Seiten reichen 301 und 302. Wird eine Adresse umgeleitet, an die ein Formular seine Daten schickt, nimmst du 307 oder 308.

Welche Weiterleitung wann

Geh diese Fragen der Reihe nach durch:

  1. Wird die alte Adresse je wieder gebraucht? Nein: 301. Ja: 302.
  2. Ist es eine Wartung, ein Test oder eine befristete Aktion? Dann 302, mit einem festen Enddatum.
  3. Zeigen Links von anderen Websites auf die alte Adresse? Dann gehört bei einem Umzug ein 301 hin, damit diese Links für die neue Adresse zählen.
  4. Schickt ein Formular Daten an die alte Adresse? Dann 308 (dauerhaft) oder 307 (vorübergehend).

Beide Fehlgriffe haben Folgen. Ein 302 bei einem echten Umzug lässt die alte Adresse im Index stehen, und die neue muss sich ihren Platz erst erarbeiten. Ein voreiliger 301 bleibt in den Browsern deiner Besucher hängen und lässt sich dort kaum zurückholen.

Wie Google 301 und 302 wertet

Die Dokumentation von Google zu Statuscodes ist hier klar: Google folgt beiden Weiterleitungen und verarbeitet den Inhalt des Ziels, nicht den der alten Adresse. Ein 301 oder 308 ist ein starkes Signal, dass das Ziel die massgebliche Adresse sein soll, ein 302 oder 307 ein schwaches. Google empfiehlt trotzdem, den Code zu nehmen, der inhaltlich stimmt, weil andere Programme ihn anders behandeln können.

Google folgt bis zu zehn Weiterleitungen hintereinander.

Zehn Punkte auf einer Linie, die an einer Wand enden: Nach zehn Weiterleitungen bricht Google ab

Das ist eine Obergrenze, kein Ziel. Schon 2020 riet John Mueller von Google, bei häufig besuchten Adressen unter fünf Schritten zu bleiben, wie Search Engine Journal berichtet. Ideal ist genau ein Schritt.

So prüfst du, wie Google deine Weiterleitung versteht:

  • Öffne in der Google Search Console die URL-Prüfung für die alte Adresse.
  • Schau nach, welche Adresse Google als massgeblich gewählt hat. Bei einem 301 sollte es das Ziel sein.
  • Bei einem 302 sollte die alte Adresse weiter im Index stehen.

Weiterleitungen sind nicht das einzige Mittel, mit dem du Google lenkst. Was eine Suchmaschine überhaupt abrufen darf, regelt die robots.txt. Eine Einführung dazu findest du im Beitrag über robots.txt und Crawling von ALINIYAZ.

Ketten und Zwischenspeicher

Zwei Dinge gehen in der Praxis am häufigsten schief.

Ketten. Nach drei Relaunches zeigt Adresse A auf B, B auf C und C auf D. Jeder Schritt kostet Ladezeit, und jeder ist eine Stelle, die kaputtgehen kann. Die Regel: Jede alte Adresse zeigt direkt auf das Endziel. Aus A → B → C wird A → C und B → C.

Zwischenspeicher. Browser dürfen einen 301 lange behalten. Hast du ihn zu früh oder aus Versehen gesetzt, landen Besucher auch dann noch am Ziel, wenn du die Regel längst entfernt hast. Das lässt sich bei ihnen nicht zurückholen. Ein 302 oder 307 wird dagegen normalerweise nicht dauerhaft gemerkt. Darum: Weiterleitungen erst testen, dann dauerhaft setzen.

Weiterleitungen prüfen

  1. Ruf die alte Adresse auf und schau, wo du landest.
  2. Öffne in den Entwicklerwerkzeugen deines Browsers den Reiter «Netzwerk». Dort siehst du jeden Schritt mit seinem Statuscode.
  3. Wer im Terminal arbeitet, sieht Statuscode und Ziel mit curl -I und der alten Adresse.
  4. Prüf die alte Adresse in der Search Console.
Werkzeug Was es dir zeigt
Browser, Reiter «Netzwerk» jeden Schritt mit Statuscode und Ladezeit
curl im Terminal Statuscode und Ziel einer einzelnen Anfrage
Online-Prüfwerkzeug für Weiterleitungen die ganze Kette, ohne etwas zu installieren
Google Search Console wie Google die Adresse tatsächlich behandelt

So ist es bei MADLAB // Publishing

Die häufigsten Weiterleitungen richten wir für dich ein, und zwar mit 301:

Pfad und Parameter bleiben dabei erhalten: Wer eine Unterseite auf der alten Domain aufruft, landet auf derselben Unterseite der neuen. Und wir sagen Browsern, dass sie sich diese Weiterleitungen nur einen Tag merken sollen. Suchmaschinen werten den 301 trotzdem als dauerhaften Umzug, aber ein Fehler bleibt nicht monatelang in den Browsern deiner Besucher hängen.

Einzelne Seiten umleiten, etwa nach einem Umbau, geht mit dem Zusatzpaket PHP über eine .htaccess-Datei. Die Regeln schreibt dein KI-Assistent, du sagst ihm nur, welche alte Adresse wohin soll. Was es dazu braucht, steht in PHP und der Datenbereich, die Preise in Pläne und Zusatzpakete.

Gebaut und gepflegt wird die Website bei MADLAB // Publishing im Gespräch mit einem KI-Assistenten wie Claude oder ChatGPT. Wir übernehmen Vorschau, Versionen mit Zurückholen, das Veröffentlichen und das Hosting in der Schweiz und der EU. Wie du Änderungen vor dem Veröffentlichen ansiehst, steht in Staging-Website: Änderungen sicher testen, bevor sie live gehen.

Quellen

Häufige Fragen

Was bedeutet eine 301-Weiterleitung?

Sie sagt Browsern und Suchmaschinen, dass eine Seite dauerhaft unter einer neuen Adresse steht. Google übernimmt in der Regel die neue Adresse in den Index, und Links auf die alte zählen für die neue.

Was ist eine 302-Weiterleitung?

302 steht für «Found» und bedeutet eine vorübergehende Umleitung. Die ursprüngliche Adresse bleibt die massgebliche und meist auch im Index.

Wann nehme ich 301, wann 302?

301 für alles Dauerhafte: Domainwechsel, Umstellung auf https, zusammengelegte Seiten. 302 für alles Befristete: Wartung, Tests, Aktionen. Muss ein Formular seine Daten behalten, nimmst du 308 oder 307.

Wie viele Weiterleitungen hintereinander sind in Ordnung?

Am besten genau eine. Google folgt bis zu zehn, jede zusätzliche kostet aber Ladezeit und ist eine weitere Fehlerquelle.

Kann ich eine 301-Weiterleitung rückgängig machen?

Auf dem Server ja, bei deinen Besuchern nur bedingt: Browser dürfen einen 301 lange zwischenspeichern und schicken Besucher dann weiter zum alten Ziel. Teste Weiterleitungen deshalb, bevor du sie dauerhaft setzt.