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CMS-Kosten: Was ein Content-Management-System wirklich kostet

Lizenz, Umsetzung, Hosting, Wartung: woraus sich die Kosten eines CMS zusammensetzen, mit Richtwerten aus der Schweiz und einer Fünf-Jahres-Rechnung.

Von Matthias Gutknecht · · 9 Min. Lesezeit
Isometrische Illustration: ein Laptop auf einer Ebene, verbunden mit einer zweiten Ebene mit Server, Datenbank, Zahnrad, Schild und Balkendiagramm

Was ein CMS kostet, entscheidet sich selten beim Kauf. Die Lizenz ist oft gratis oder klein, die Umsetzung ein einmaliger Betrag. Teuer wird, was danach jedes Jahr wiederkommt: Hosting, Updates, Wartung, Support. Wer Angebote vergleicht, rechnet deshalb über drei bis fünf Jahre und nicht mit dem Einstiegspreis. Die Fachleute nennen das Total Cost of Ownership, kurz TCO.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Kosten eines CMS setzen sich aus Lizenz oder Abo, Umsetzung, Hosting, Erweiterungen und Wartung zusammen. Nur ein Teil davon steht in der ersten Offerte.
  • Für eine kleine TYPO3-Website nennt eine Schweizer Agentur ab CHF 10'000 für die Umsetzung, dazu jährlich CHF 100 bis 500 für Hosting und CHF 1'000 bis 5'000 für Wartung und Support.
  • Über fünf Jahre gerechnet können die laufenden Kosten die Umsetzung übersteigen.
  • Bei einem Wechsel gehören Datenübernahme, Weiterleitungen der alten Adressen, Tests und Schulung ins Budget.

Woraus sich die Kosten zusammensetzen

Ein Content-Management-System, kurz CMS, ist die Software, mit der du Texte, Bilder und Seiten einer Website verwaltest, meist über ein Login und eine Redaktionsoberfläche. Bekannte Beispiele sind WordPress, TYPO3, Joomla oder Drupal.

Die Kosten verteilen sich auf fünf Posten:

  • Lizenz oder Abo: Bei Open-Source-Systemen wie WordPress oder TYPO3 kostet die Software nichts. Bei einem Abo, auch SaaS genannt (Software als Dienst), zahlst du monatlich oder jährlich für Nutzung und Updates. Bei einem Lizenzkauf zahlst du einmal und betreibst danach selbst.
  • Umsetzung: Design, Entwicklung und die Anbindung an andere Systeme, etwa ein Newsletter-Werkzeug oder eine Warenwirtschaft. Hier entsteht meist der grösste Einmalbetrag.
  • Hosting: Webspace, Sicherungen, je nach Website ein Content Delivery Network (CDN), das die Seiten weltweit schnell ausliefert. Läuft während der ganzen Lebensdauer mit.
  • Erweiterungen: Plugins wirken günstig, haben aber Folgekosten. Jede Erweiterung muss bei jedem Update mitziehen, sonst gibt es Konflikte.
  • Wartung: Updates, Sicherheits-Patches, Überwachung, Support und die Reaktion, wenn doch etwas passiert.

Fünf Preismodelle und für wen sie passen

Gerade bei den neueren Headless-CMS, die Inhalte getrennt von der Darstellung verwalten, unterscheiden sich die Preismodelle stark. Der Headless-CMS-Vergleich der Schweizer Plattform Flyo ordnet sie in fünf Gruppen:

  • Pro Person (Seat): Jede Person, die Inhalte pflegt, kostet zusätzlich. Gut planbar bei einem kleinen, festen Team, teuer, wenn viele nur gelegentlich etwas ändern.
  • Pro Website oder Projekt (Space): Jede Website, jeder Mandant, manchmal jede Sprachfassung ist eine eigene Einheit. Passt zu Agenturen und Firmen mit mehreren Websites, wenn man die Einheiten im Blick behält.
  • Nach Verbrauch: Abgerechnet wird nach Anfragen oder Rechenzeit. Kann günstiger sein, wenn die Nutzung schwankt, ist aber schwerer vorherzusagen.
  • Grundplan plus Aufschläge: Ein Monatspreis mit Kontingent, alles darüber wird pro Einheit zugebucht.
  • Lizenz plus Betrieb: Die Software ist gratis oder günstig, die Kosten entstehen bei Hosting, Wartung, Updates und Entwicklung. Dazu zählen klassische Open-Source-Systeme wie TYPO3.

Frag jeden Anbieter auch, was es kostet, wenn sich die Zahl der Personen oder Websites verdoppelt. Der Einstiegspreis sagt darüber nichts.

Richtwerte aus der Schweiz

Die Spanne ist gross. Ein Vergleich von 24 Enterprise-Systemen bei contentmanager.de fand Einstiegslizenzen von gratis oder unter 100 Euro bis zu Startpreisen von 40'000 bis 70'000 Euro. Bei einigen Systemen kamen einmalige Einrichtungskosten von 5'000 bis 8'000 Euro dazu, und Mindestlaufzeiten von 12 bis 24 Monaten waren verbreitet. Die Zahlen stammen von 2023, die Grössenordnung gilt aber weiterhin.

Konkreter für kleinere Websites in der Schweiz sind die Werte, die die Agentur Violetta für TYPO3-Projekte nennt:

  • Kleine Website mit individuellem Design und 5 bis 10 Seiten: ab CHF 10'000
  • Mittlere Website: ab CHF 15'000
  • Grosse Plattform: ab CHF 40'000
  • Hosting: CHF 100 bis 500 pro Jahr
  • Wartung und Support: CHF 1'000 bis 5'000 pro Jahr

Balkendiagramm der TYPO3-Projektkosten: kleine Website ab 10'000, mittlere rund 15'000, grosse Plattform ab 40'000 Franken

Die Umsetzung ist der grösste einzelne Betrag. Aber Hosting und Wartung kommen jedes Jahr wieder, und das summiert sich.

Die Fünf-Jahres-Rechnung

Fachleute unterscheiden zwei Arten von Ausgaben. Investitionen, englisch CAPEX, fallen einmal an: Lizenz und Umsetzung. Betriebsausgaben, englisch OPEX, laufen weiter: Hosting, Wartung, Updates, Support. Die Total Cost of Ownership zählt beides über einen festen Zeitraum zusammen, meist drei bis fünf Jahre.

TCO-Kalkulation in drei Schritten: CAPEX erfassen, OPEX erfassen, TCO über fünf Jahre mit Puffer berechnen

Mit den Werten von oben für eine kleine TYPO3-Website sieht das so aus:

Tief Hoch
Umsetzung (einmalig) CHF 10'000 CHF 10'000
Hosting, 5 Jahre CHF 500 CHF 2'500
Wartung und Support, 5 Jahre CHF 5'000 CHF 25'000
Total über 5 Jahre CHF 15'500 CHF 37'500

Im oberen Fall kostet der Betrieb über fünf Jahre mehr als das Doppelte der Umsetzung. Darum ist ein System mit tiefem Einstieg nicht automatisch das günstigere.

Zwei Kostentreiber stehen in keiner Offerte:

  • Aufgeschobene Updates: Wer eine Version zu lange nicht aktualisiert, zahlt später mit einem grösseren Umbau. Der Aufwand wächst mit jedem Jahr.
  • Sicherheitsvorfälle: Eine nicht gepatchte Lücke kostet Bereinigung, Wiederherstellung und manchmal Vertrauen bei Kundinnen und Kunden.

Trag für jedes Angebot Umsetzung, Hosting, Wartung, Updates und einen Puffer für Unvorhergesehenes in eine Tabelle über fünf Jahre ein. Erst dann lassen sich zwei Angebote mit verschiedenen Preismodellen fair vergleichen.

Was ein Wechsel kostet

Ein Wechsel des CMS ist mehr als ein Umzug der Texte. Diese Arbeiten fallen fast immer an:

  1. Inhalte übernehmen: Texte, Bilder und Metadaten ins neue System bringen.
  2. Weiterleitungen: Alte Adressen auf die neuen umleiten, damit Links und Suchmaschinen-Rankings erhalten bleiben.
  3. Suchmaschinen-Angaben: Titel, Beschreibungen und interne Verlinkung prüfen und nachziehen.
  4. Testen: Formulare, Funktionen und Darstellung auf verschiedenen Geräten kontrollieren.
  5. Schulung: Zeit einplanen, bis sich alle im neuen System zurechtfinden.

Wie lange das dauert, hängt vom Umfang ab. Eine kleine Website ist schnell umgezogen, eine Plattform mit mehreren Mandanten braucht Wochen bis Monate. Wie eine Übernahme bei uns abläuft, steht in Bestehende Website übernehmen.

So vergleichst du Angebote

Stell jedem Anbieter dieselben Fragen:

  • Wie schnell wird bei einer Störung reagiert, und steht das im Vertrag (Service Level Agreement, SLA)?
  • Wer spielt Updates und Sicherheits-Patches ein, und wie oft?
  • Wie oft wird gesichert, und was ist in der Sicherung enthalten?
  • Wie lange läuft der Vertrag mindestens, und mit welcher Frist kann ich kündigen?
  • Was kostet es, wenn meine Website wächst: mehr Personen, mehr Sprachen, mehr Seiten?

Achte darauf, ob die Angebote dasselbe enthalten. Ein Hosting ohne Sicherungen und ohne Updates ist günstiger, aber nicht vergleichbar mit einem, das beides einschliesst.

Wann sich ein klassisches CMS lohnt

Wir bauen bei MADLAB selbst Websites mit TYPO3. Für Redaktionen mit mehreren Personen, Freigabeprozessen und vielen Funktionen ist ein CMS weiterhin richtig, und seine Kosten sind dort gut angelegt.

Für eine kleine oder mittlere Website, an der kein Redaktionsteam arbeitet, sieht die Rechnung anders aus. Dort zahlt man jedes Jahr für Updates, Plugin-Pflege und Sicherheitsüberwachung eines Systems, das im Alltag nur gelegentlich für einen geänderten Satz gebraucht wird.

Die Alternative: eine Website ohne eigenes CMS

Bei MADLAB // Publishing gibt es kein CMS, das gepflegt werden muss. Gebaut und getextet wird im Gespräch mit einem KI-Assistenten wie Claude oder ChatGPT. Wir übernehmen Vorschau, Versionen mit Zurückholen, das Veröffentlichen und das Hosting in der Schweiz und der EU, mit SSL und täglichen Sicherungen.

Für die Fünf-Jahres-Rechnung heisst das:

  • Keine Lizenz und keine Plugins, also auch keine Updates eines Redaktionssystems und keine Sicherheitslücken darin.
  • Ein fester Preis pro Website für das Veröffentlichen und Hosting. Was die Pläne kosten, steht in Pläne und Zusatzpakete.
  • Dazu kommen dein KI-Assistent, falls du ein bezahltes Abo nutzt, die Domain und die Zeit, die du selbst in die Inhalte steckst.

Braucht die Website mehr als Text und Bilder, etwa Anmeldungen oder Bestellungen, geht das mit dem Zusatzpaket PHP und einer kleinen SQLite-Datenbank, einer Datenbank in einer einzigen Datei. Ausprobieren kannst du alles im Gratis-Plan. Wie der Einstieg aussieht, steht in Website erstellen mit KI.

Für Redaktionen mit vielen Beteiligten und komplexen Abläufen ist das nicht gedacht. Dort bleibt ein CMS die bessere Wahl.

Quellen

Häufige Fragen

Welche CMS sind kostenlos?

WordPress, TYPO3, Joomla, Drupal und Contao sind Open Source: Die Software selbst kostet nichts. Bezahlt werden Hosting, Umsetzung und Wartung, und über mehrere Jahre sind diese Kosten oft höher als die Lizenz eines kostenpflichtigen Systems.

Was kostet Joomla?

Joomla ist Open Source und kostenlos. Die Kosten entstehen wie bei TYPO3 oder WordPress durch Hosting, die Umsetzung der Website und die laufende Wartung. Die Richtwerte für TYPO3 in diesem Artikel geben eine Vorstellung der Grössenordnung.

Was kostet die Wartung einer Website pro Jahr?

Für eine TYPO3-Website in der Schweiz nennt die Agentur Violetta CHF 1'000 bis 5'000 pro Jahr für Wartung und Support, dazu CHF 100 bis 500 für das Hosting. Wie viel es bei dir ist, hängt von Grösse, Erweiterungen und vom vereinbarten Support ab.

Welches CMS ist das beste?

Es gibt kein bestes System für alle. Entscheidend sind, wie viele Personen Inhalte pflegen, wie oft sich etwas ändert, welches Budget zur Verfügung steht und welches Preismodell dazu passt. Für eine kleine Website ohne Redaktionsteam lohnt sich die Frage, ob es überhaupt ein CMS braucht.

Wie vergleiche ich zwei CMS-Angebote fair?

Rechne für jedes Angebot alle Kosten über fünf Jahre zusammen: Umsetzung, Lizenz oder Abo, Hosting, Wartung, Updates und einen Puffer. Achte darauf, dass in beiden Angeboten dieselben Leistungen enthalten sind, etwa Sicherungen und Sicherheits-Patches.